[Blogtour Tag 5] ~ Pilsken & Pailletten ~ Kai Brodersen ~



Hallo liebe Leser,

heute möchte ich Euch am letzten Tag der Blogtour willkommen heißen. Gestern waren wir bei Sanny von Sannys Buchwelten zu Gast. Sie hat Euch das Thema "Was Drogenmissbrauch aus Menschen macht" vorgestellt. Ich stelle Euch heute den Autor Kai Broders vor.

Ich habe Kai Broders einige Fragen gestellt, aber seht selbst.


Vielleicht stellen Sie sich den lieben Blogtourlesern erst einmal vor?

Ich wurde in Werdohl im Sauerland geboren, am 27.12.1966, als Sohn von Hans Heinrich Jakob Brodersen, Metzgermeister aus Elmshorn, und seiner Frau Renate, geborene Düsberg, Fleischereifachverkäuferin (weil sie als Erbin der elterlichen Metzgerei Kindergärtnerin nicht werden durfte...). Schule und Zivildienst widerfuhren mir in meinem Heimatort, dann ging ich 1986 zum Studium der Geschichts- und Politischen Wissenschaften sowie der Philosophie nach Bonn. Dort erlebte ich mein Coming out und eine zweite Pubertät, stellte fest, dass mir die geisteswissenschaftliche Luft zu dünn wurde und wechselte 1991 (ohne den angestrebten Magistertitel) nach Gießen zur Veterinärmedizin. 1997 wurde ich als Tierarzt approbiert und trieb bis zum Jahr 2000 Postgraduate Studies im Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere. Statt Promotion trat ich im Jahr 2000 in die Firma Applied Biosystems als Sales Engineer ein, 
und zog nach Bonn, später in das Dorf Halscheid im Windecker Ländchen, von wo aus ich 2010 zur Firma Integrated DNA Technologies als Sales Manager wechselte. In beiden Firmen war ich beschäftigt mit molekularbiologischen Techniken und künstlichen Molekülen. – Hochinteressant und recht prosaisch. 2002 war ich eine eingetragene Partnerschaft mit meinem niederländischen Freund Richard, einem Teddybärenkünstler, eingegangen und heiße seither Brodersen-van Aalst. Die Partnerschaft scheiterte im verflixten siebten Jahr und wurde 2011 aufgehoben. Ich behielt einen Sack voll Erinnerungen und den zweiten Nachnamensteil, das Haus in Windeck wurde verkauft, und ich zog nach Köln. Nach zwei ebenso turbulenten wie lehrreichen Jahren ging ich 2013 nach Hagen, wo es ebenso lehrreich ist, aber weniger turbulent, und wandte mich dem Pflegeberuf zu.

Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen und es für sich entdeckt?

Eigentlich habe ich immer schon geschrieben, seit ich endlich den Umgang mit Feder und Tinte erlernt hatte ... Die Grundidee für mein Kinderbuch „Der kleine Theo“, das gerade erschienen ist, habe ich beispielsweise vor etwa 30 Jahren aufgeschrieben. Die Originalaufzeichnungen sind im Laufe der Jahre verschwunden (was vermutlich gar nicht so schlimm ist ...), und vor ein paar Monaten fiel mir die Geschichte wieder ein ... Allerdings habe ich früher meine Geschichten nie zuende geführt, geschweige denn versucht, sie zu veröffentlichen. Erst in den letzten zwei Jahren habe ich Ernst gemacht, die Dinge fertig geschrieben und (unter Qualen) abgetippt ...

Woher nehmen Sie die Inspirationen für Ihre Handlungen?

Die Idee für „Pilsken und Pailletten“ kam mir tatsächlich mitten im Leben: Ich hatte einen Bus verpasst und mir zum Warten eine Bank mit Blick auf den Kiosk in Hagen-Vorhalle ausgesucht. Beim Betrachten des Geschehens fing ich an mir auszumalen, was an so einer Trinkhalle jedenTag los ist und wie es wohl wäre, wenn ein etwas unorthodoxerer Besitzer das Büdchen betriebe. Während ich so vor mich hin phantasierte, fuhr mir der Bus weg, ich kaufte ein Bier und spann die Geschichte weiter! – Der Rest war  dann nur noch Fleißarbeit ...

Wie lange haben Sie an Pilsken und Pailletten geschrieben?

Ziemlich lange, weil es ein Hobbyprojekt war ... Insgesamt wohl etwa eineinhalb Jahre ... Der zweite Teil wird mir hoffentlich etwas schneller von der Hand gehen!

Wie schwer war es bzw. wie lange hat es gedauert, das Buch an einen Verlag zu bringen?

Das Schreiben war erheblich aufwändiger! Nachdem ich mit dem Tippen (und den unendlichen Korrekturdurchgängen) fertig war, habe ich vollkommen blauäugig an genau ein Dutzend Verlage ein Exposé samt Leseprobe geschickt. Nach drei Tagen schrieb mir Simon Rhys Beck vom DEAD SOFT VERLAG, ich möge ihm doch bitte das komplette Manuskript schicken, und etwa eine Woche später waren wir handelseins! Im Nachhinein habe ich in verschiedenen Blogs gesehen, wie unendlich mühsam es sein kann, den passenden Verlag zu finden, und bin umso dankbarer, gleich zu Beginn „meinen“ Verleger gefunden zu haben!

Wie dürfen wir uns Ihren Arbeitsplatz vorstellen? Wo schreiben Sie am liebsten? 

Ich habe verschiedene Arbeitsplätze für die unterschiedlichen Phasen des Schreibens: Das Sammeln von Ideen und Formulierungen, das Skizzieren von Personen und Handlungssträngen funktionieren fast überall, am besten auf belebten Plätzen und bei gutem Wetter! – War es James Joyce, der sagte, man erkenne den Schriftsteller am Notizbuch, das aus seiner Jackettasche rage? 




Wenn ich dann beginne, mir selbst eine Geschichte zu erzählen, sitze ich sehr gerne in meiner Küche oder auf der Terasse meiner besten Freunde. Nötig in dieser Phase: Federhalter, Tinte, Tabak! – Ein Glas vom guten Roten schadet auch nicht ... 




Und dann gehts an die Arbeit: Das Übertragen der Tintenfassung in etwas (in hoffentlich jeder Hinsicht) Lesbares erfordert Konzentration, findet in der Regel vormittags und in einer Ecke meines Wohnzimmers statt. Hier erledige ich auch die Recherchen, die man online machen kann. Dass dieser Schritt eine gewisse Disziplin verlangt, sieht man meinem Arbeitsplatz nicht wirklich an ... 




Was war bei "Pilsken und Pailletten " die größte Herausforderung?

Eigentlich war der Roman keine Herausforderung, weil es mir unendlich viel Spaß gemacht 
hat, ihn zu schreiben. – Da ich allerdings ein ausgesprochen fauler Mensch bin, habe ich mich regelmäßig zu Recherchen und Überarbeitungen zwingen müssen, was nicht ausschließlich spaßig war ...

Haben Ihre Bücher Einfluss auf Ihr eigenes Leben? Sind welche aus eigenen 
Erfahrungen entstanden?

Vermutlich erfindet kein Schriftsteller seine Figuren ... Vieles stammt von mir lieben und auch weniger lieben Menschen, manches aus dem eigenen Leben, und ein bisschen habe ich frei erfunden. Das Kreative liegt, glaube ich, in der neuen Zusammenstellung des Bekannten.

Haben Sie schon andere Projekte in Planung?

An Ideen mangelts nicht: Nach meinem heutigen Planungsstand sollte die Nobbe-Reihe, also „Pilsken & Pailletten“ samt Nachfolgern, sechs Bände umfassen, wobei die Tintenversion für den zweiten Band schon fast fertig ist. Ich würde ihn gerne im kommenden Frühjahr veröffentlichen. Außerdem möchte ich gerne den Kindern noch die Geschichte vom „Kiesel Friederich“ erzählen, die mir schon geraume Zeit im Kopf herumgeistert ... Und bis ich das alles fertig habe, sind mir bestimmt noch ein paar Dutzend andere Sachen eingefallen!

Wenn Sie selber gerne lesen, welches Buch sollten wir unbedingt lesen und was ist Ihnen allgemein bei einem guten Roman wichtig, worauf legen Sie wert?

Das Wichtigste, vielleicht das einzige: Wenn die Sprache nicht „Ja!“ sagt, ist es kein Roman! Manchmal erkennt man es schon am allerersten Satz: „Am Nachmittag meines 81. Geburtstages, als ich neben meinem Buhlknaben im Bett lag, kam Ali und sagte, der Erzbischof sei da und wolle mich sprechen.“ Anthony Burgess: Der Fürst der Phantome (Der englische Originaltitel ist wesentlich besser: „Earthly Powers“  - Die fiktive Autobiographie eines schwulen britischen Schriftstellers, zugleich ein Spaziergang durch die traurige Geschichte des 20. Jahrhunderts.).

Gibt es etwas, das Sie Ihren Lesern und Leserinnen schon immer mal sagen wollten?

„Giovanni, nimm dich nicht so wichtig!“ (Angelo Giuseppe Roncalli, Papst Johannes XXIII.)
Dies vorangeschickt, muss ich doch eines loswerden: Ich hätte nicht erwartet, dass es so wohltut, von fremden Menschen zu hören, dass ihnen mein Buch gefällt! – Vielen Dank Euch allen!

Vielen Dank für das Interview. Mir hat das Interview sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, ich konnte Euch den Autor etwas näher vorstellen.


Gewinne


1. Preis - 3 x 1 Print + Kugelschreiber 
2. Preis 3 x 1 eBook im Wunschformat + Kugelschreiber



Teilnahmebedingungen


  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

  • Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 13.11.2015 um 23:59 Uhr.

      Gewinnspielfrage


      Wo ist Euer Lieblingsleseplatz?


      Blogtourfahrplan


      9.11. - Das Buch "Pilsken und Pailletten" 
      mit Susanne auf http://sannysbuchwelten.wordpress.com

      10.11. -  Der Unterschied zwischen Travestiekünstler und Callboy 
      mit Anna auf https://passions4books.wordpress.com/

      11.11. -   Wie ermittelt ein Mister Marple?

      mit Katja auf http://missrosesbuecherwelt.blogspot.de

      12.11. - Was Drogenmissbrauch aus Menschen macht? 

      13.11. - Kai Brodersen im Gespräch 
      hier bei mir =)

      14.11. - Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs


      Wir freuen uns auf Eure Teilnahme und wünschen Euch viel Spaß...

      Kommentare :

      1. Hallo,

        ein tolles Interview - jetzt möchte ich den Roman noch dringender lesen, da mir Kai unheimlich sympathisch ist. Und ich muss mal nach dem Kinderbuch suchen, immerhin lese und schreibe ich sehr gerne Kinderbücher (wie gerne würde ich mich mit dem Autor darüber austauschen :)). Hoffentlich ist mir Fortuna hold, ansonsten hol ich mir das Buch bei Gelegenheit noch.

        Einen Lieblingsleseplatz habe ich nicht einmal, da ich überall lese: vorwiegend im Zug (der Fluch/Segen eines langen Arbeitsweges), im Café, daheim und unterwegs - wenn ich wählen könnte, wäre es wohl mein Sofa (eine schnurrende Katze links, die andere rechts), eingekuschelt mit einem leckeren Kaffee oder Tee. Aber das gönne ich selten ;)

        Danke für die tolle Blogtour - hat echt Spaß gemacht und einen guten Einblick in das Buch gewährt.

        Liebe Grüße,
        Juliane

        PS: Achtung: Bei den anderen Blogeinträgen habe ich unter verschiedenen Namen kommentiert (Automatismus der Bloganbieter): koriko2000 und julianeseidel

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      2. Hallo,

        am liebsten lese ich im Bett und im Zug :)

        LG
        SaBine

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      3. Hallo ,

        Vielen Dank für den interessanten Interview .
        Ich lese gern im Bett oder im meinem Bücherzimmer .

        Liebe Grüße Margareta
        margareta.gebhardt@gmx.de

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      4. mein Lieblingslese und Entspannungsplatz ist mein Bett im Schlafzimmer welches ich alleine oder mit meinen Büchern bewohne :-D zu erreichen bin bei FB Unter Jenny Siebentaler
        gerne für die print ausgabe dabei wäre weil ich keine E-Books lese und auch nicht mag

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      5. Guten Abend,

        herzlichen Dank für das Interview, das hat mir sehr gut gefallen.
        Mein liebster Leseplatz ist mein Sofa. Gemütlich die Beine hochlegen, auf dem Tisch neben mir eine Tasse Tee, so kann ich es mit einem guten Buch stundenlang aushalten.

        Liebe Grüße
        Gabi

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