[Blogtour Tag 4] ~ Wechsel ins Glück ~ von Loki Miller


Herzlich willkommen am vierten Tag der Blogtour zu dem Buch "Wechsel ins Glück" von Loki Miller. Ich möchte Dir heute zum Thema "Der Umgang mit kranken Angehörigen" etwas erzählen.

Jede seelische Störung (Demenz, Pick-Krankheit) stellt die Angehörigen vor spezielle Probleme. Als Angehöriger muss man mit verschiedenen Reaktionen des betroffenen rechnen. Man erlebt verschiedene Gefühlsreaktionen im Verlauf der Krankheit egal von welcher Seite. Als Angehöriger ist es schwer und sehr schmerzhaft zu erkennen, dass ein Angehöriger krank ist.

Wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt, betrifft es nicht nur den betroffenen sondern die ganze Familie. Im Verlauf der Krankheit gehen vor allem die pflegenden Angehörigen durch ein Wechselbad der Gefühle. Schmerz und Mitleid gehören ebenso dazu wie Hilflosigkeit, Ärger, Wut, Trauer und Verzweiflung. Man sollte nur nicht vergessen, dass man auch mit der Krankheit noch schöne Stunden mit dem betroffenen erleben kann.

Menschen mit Demenz verlieren nach und nach die Fähigkeit zu kommunizieren. Das ist für alle Betroffenen schmerzlich. Normale Gespräche mit der Mutter oder dem Vater, dem Partner oder der Partnerin werden zunächst schwierig, dann unmöglich. Wichtig ist es, sich immer wieder in die Situation des Kranken zu versetzen. Dann finden sich Wege, um miteinander im Kontakt und im Gespräch zu bleiben.

Den Zeitpunkt für einen Umzug ins Pflegeheim festzulegen, ist für viele Angehörige eine der schwierigsten Entscheidungen. Wenn es möglich ist, mit dem betroffenen zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung über diese Frage zu sprechen, fällt die Orientierung leichter. Oft sehen die Betroffenen auch keinen Anlass, über einen eventuell anstehenden Pflegeheimaufenthalt zu sprechen, da sie sich selbst als kompetent und gesund empfinden. Es kann eine gute Möglichkeit sein, die Frage hypothetisch zu stellen, etwa in der Form: „Was wünschst du dir, wenn du einmal zunehmend auf Hilfe angewiesen sein solltest“ oder „was wäre dir wichtig, wenn… “. Durch ein solches behutsames Herantasten an die Thematik merkt man relativ schnell, worüber der Betroffene bereit ist zu sprechen und worüber nicht. Teils sind es auch die Ängste der Angehörigen, die einem Gespräch entgegenstehen. Als Angehöriger möchte man den Gedanken, den betroffenen einmal aus seiner vertrauten Umgebung herauslösen zu müssen und sich dadurch von ihm auch ein stückweit trennen zu müssen, oft möglichst weit von sich fern halten. Teils ist bereits der Gedanke daran nicht nur schmerzlich, sondern auch mit Schuldgefühlen oder schlechtem Gewissen verbunden, wenn man sich als Ehepartner oder Kind verpflichtet fühlt, den betroffenen solange als möglich zu Hause zu betreuen. Trotzdem sollte man einen Versuch zu diesem Zeitpunkt wagen, über das Thema Pflegeheim und die Betreuung bei zunehmender Pflegebedürftigkeit zu sprechen. Denn nur in der beginnenden Krankheitsphase kann sich der Betroffene dazu noch in reflektierter Weise äußern.

Ist die Krankheit weiter fortgeschritten und naht tatsächlich der Zeitpunkt, an dem die Betreuung zuhause an ihre Grenzen stößt, tritt häufig folgende Schwierigkeit auf: Der Betroffene lehnt aus seiner allgemeinen Unsicherheit heraus überhaupt jede Veränderung seiner Lebenssituation ab. Er ist meist nicht mehr in der Lage, reflektiert und umfassend einzuschätzen, welche Auswirkungen bestimmte Entscheidungen auf ihn selbst und sein Umfeld haben und welche Entscheidungen notwendig sind. Seine Wünsche und Bedürfnisse hängen fast ausschließlich von seiner momentanen Gefühlslage ab. Die Bereitschaft, in eine Pflegeeinrichtung umzuziehen, kann in einem Moment vorhanden sein, im nächsten aber schon wieder nicht mehr. Nun liegt die Entscheidungsverantwortung beim Angehörigen. Er muss in Abwägung aller relevanten Faktoren, einschließlich der Grenzen der eigenen Belastbarkeit, entscheiden. Häufig muss er dann sogar gegen den momentanen Willen des betroffenen einen Umzug in ein Pflegeheim veranlassen. Nicht selten wird die Entscheidung dann zu lange hinausgeschoben, da Schuldgefühle, der Schmerz um den Verlust des betroffenen und die Sorge, dass es ihm im Heim schlechter gehen könnte, groß sind. Oft wird dann lieber eine grenzenlose Selbstüberforderung in Kauf genommen, die sich nicht selten auch auf den betroffenen negativ auswirkt. Denn in einer Überforderungssituation reagiert man oft gereizt und kann dem betroffenen kaum mehr gerecht werden. Bei zunehmender Selbstüberforderung des Angehörigen sind daher wiederholte Gespräche mit anderen Angehörigen etwa in einer Selbsthilfegruppe oder mit erfahrenen Fachleuten hilfreich und wichtig. Oft sind sich die Angehörigen nicht im Klaren, wie kraftraubend und hoch die Anforderungen bereits sind. Sie überschätzen sich selbst. Und oft werden auch positive Aspekte eines Umzugs zu wenig gesehen. So kann der Angehörige den Demenzkranken in der Pflegeeinrichtung ausgeruht besuchen und sich während des Besuchs ganz auf ihn einstellen, ohne durch andere Anforderungen wie Pflege, Haushalt usw. abgelenkt zu sein.

Ich könnte jetzt noch jede Menge über das Thema berichten, möchte Euch aber nicht langweilen, darum belasse ich es hier bei. 

Was hat aber nun das Thema mit dem Buch "Wechsel ins Glück" zu tun?

Die Protagonistin Mia kümmert sich um ihre kranke Mutter und muss so einiges durchstehen. Was Mia alles erlebt, möchte ich Dir an dieser Stelle aber nicht verraten.

Hat Dich das Buch bis jetzt neugierig gemacht? Dann schau morgen wieder bei der Blogtour vorbei. Unsere nächste Station ist bei Nadja und sie wird Dir dann das Thema "Jobarmut auf dem Lande" vorstellen. Bevor Du jetzt verschwindest, kannst Du noch an unserem Gewinnspiel teilnehmen, natürlich wenn Du Lust hast. Lies Dir bitte die Teilnahmebedingungen und die Aufgabe durch. 

Gewinne:

1. Preis - 1 signiertes Print von Bildband ins Glück mit Lesezeichen und 1 signiertes Print von Wechsel ins Glück mit Lesezeichen

2. Preis - 1 signiertes Print von Bildband ins Glück und 1 signiertes Print von Wechsel ins Glück

3. Preis - 1 signiertes Print von Wechsel ins Glück



Teilnahmebedingungen:
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn. 
  • Das Gewinnspiel endet am 2.12.2016 um 23:59 Uhr.

Deine Aufgabe:

Beantworte bitte als Kommentar:

Hast Du schon Erfahrungen gesammelt im Bereich der Pflege von kranken Angehörigen?

Blogtourfahrplan:
  • 28.11. Loki Miller und ihr Buch "Wechsel ins Glück" bei Alex
  • 29.11. Landei oder Stadtkind? bei Andra
  • 30.11. Beziehung retten bei Babs
  • 1.12. Der Umgang mit kranken Angehörigen bei hier bei mir =) 
  • 2.12. Jobarmut auf dem Lande bei Nadja
  • 3.12. Gewinnspielauslosung auf allen Blogs

Quellen:
http://www.eva-stuttgart.de/fileadmin/Redaktion/2_unsere_angebote/im_alter/alzheimer_beratung/Umzug_ins_Pflegeheim.pdf

Kommentare :

  1. Naja nen Onkel von mir wurde als er noch lebte,teils gepflegt und ich war damals noch nen Kind und mit meiner Mama immer bei ihm und da habe ich damals auch schon mit geholfen und gesehen wie das da so ablaufen könnte- ansonsten finde ich es eigentlich ganz schlimm wenn ich sowas im Altenheim oder so sehen müsste....!

    VLG Jenny

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  2. Sonjas Bücherecke1. Dezember 2016 um 17:36

    Hallo,

    versuche es nocheinmal . Ein brisantes Thema, das schneller als man denkt uns selbst betreffen kann.

    Wünsche einen schönen Abend.
    LG Sonja

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  3. Hallo :)

    Zum Glück habe ich das noch nicht. Bei mir in der Familie sind alle top fit!
    Ich stelle es mir aber sehr schwer und nervenaufreibend vor. Ich glaube, dafür braucht man die richtige Geduld und Talent.

    Liebe Grüße
    Alicia
    (alicia@joerg-neu.de)

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  4. Hallo,

    ja, ich habe bereits Erfahrungen damit gemacht, da meine Oma an Demenz erkrankt war und wir sie jahrelang daheim gepflegt haben...

    LG

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  5. Hallo,
    Egentlich nicht. Ich habe es nur als Kind mitbekommen als meine Oma meine Großtante gepflegt hat. Dies ist allerdings schon lange her.
    Lg
    Alena

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