[Blogtour Tag 2] ~ Bocktot ~ von Ilona Schmidt


Herzlich willkommen zum zweiten Tag der Blogtour zum Buch "Bocktot" von Ilona Schmidt. Gestern habe ich Dir schon die Autorin Ilona Schmidt und ihr Buch "Bocktot" vorgestellt und heute geht es mit dem Thema "Jagd und Tierschutz" weiter. 

Das deutsche Jagdrecht verpflichtet den Jäger, bei der Ausübungs seiner Tätigkeit die "allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten." Unter dem Begriff Weidgerechtigkeit werden ethische und ästhetische Normen und Regeln zusammengefasst, die den Jagdberechtigten unter anderem dazu anhalten, das Tier als Mitgeschöpf zu achten und ihm vermeidbare Leiden zu ersparen. Tatsächlich werden im Jagdrecht jedoch Methoden und Handlungen legitimiert, die tierschutzrechtlichen Vorschriften diametral widersprechen.

Laut Tierschutzgesetz § 4 darf ein Wirbeltier nicht ohne vorherige Betäubung getötet werden. Ausnahmen lässt der Gesetzgeber nur in Einzelfällen zu (z.B. Schächten, Notschlachtungen etc.) zu. Diese Vorschriften gelten jedoch nicht für Tierversuche und für die Jagdausübung, allerdings dürfen auch "hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen." Tatsache ist, dass bei der Jagd Tiere regelmäßig in großem Ausmaß nur verletzt werden und unter großer Angst und furchtbaren Qualen sterben.

Nach § 1 des Tierschutzgesetzes darf niemand "einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen." Das Töten von frei lebenden Tieren zur Nahrungsbeschaffung oder zur Abwendung von wirtschaftlichen Schäden mag nach allgemeiner Rechtsauffassung derzeit gerade noch als "vernünftig" anzusehen sein. Wenn aber selbst Tiere, die keinen oder nur geringen Schaden verursachen, wie etwa Füchse und Marderartige oder auch Rabenvögel, von Jägerseite lediglich als lästige Beutekonkurrenz "ausgeschaltet" und anschließend in der Mülltonne entsorgt werden, ist darin kein vernünftiger Grund zu erkennen. Auch nicht unter dem Vorwand des Artenschutzes: Der Totalabschuss von Beutegreifern und Rabenvögeln während eines sechsjährigen Feldversuchs im Saarland blieb im Hinblick auf die Feldhasen- und Fasanenpopulationen völlig wirkungslos. Genauso wenig lässt sich der Abschuss von Haustieren, Sing- und Zugvögeln oder die Jagd auf gefährdete Tierarten rechtfertigen. Während Naturschützer unter erheblichem Aufwand Artenschutzmaßnahmen durchführen, dürfen JägerInnen Tausende von Rebhühnern und Waldschnepfen sowie Hunderttausende von Feldhasen töten, die nach der Roten Liste Deutschland als "stark gefährdet" bzw. "gefährdet" eingestuft werden. Auch das jagdrechtlich legitimierte Aussetzen von Tieren zur Erweiterung des Beutetierspektrums (respektive zur "Abschießbelustigung" der Jäger) lässt jeden vernünftigen Grund vermissen. Als lebende "Zielscheiben" werden vor allem in Gefangenschaft aufgezogene Fasane, Rebhühner und Hasen ausgesetzt. An Menschen gewöhnt und auf das Leben in Freiheit unvorbereitet, werden die armen Tiere meist zur leichten Beute der Schützen.

Besonders grausame, mit dem Tierschutz nicht zu vereinbarende Jagdpraktiken sind hierzulande noch immer vollkommen legal. Dazu gehören beispielsweise die Baujagd auf Füchse, Dachse und Kaninchen, die Beizjagd, die Fallenjagd, sowie die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden an lebenden Tieren (sogenannten „Schliefenfüchsen" sowie flugunfähig gemachten Enten). Auch bei Bewegungsjagden sind tierschutzrelevante Vorfälle an der Tagesordnung.

In unserem Buch gehen Astrid oder Holger gerne auf die Jagd. Holger ist ein begnadeter Hobbyjäger und Astrid hat selbst keinen großen gefallen an der Jagd, ob es bei Astrid um den Tierschutz geht, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, dafür musst Du das Buch schon selber lesen ;) 


Hat Dich das Buch bis jetzt neugierig gemacht? Dann schau morgen wieder bei der Blogtour vorbei. Unsere nächste Station ist bei Stefanie und sie stellt Dir das Thema "Frauen als Boss" vor. Bevor Du jetzt verschwindest, kannst Du noch an unserem Gewinnspiel teilnehmen, natürlich wenn Du Lust hast. Lies Dir bitte die Teilnahmebedingungen und die Aufgabe durch. 

Gewinne:
1. Preis - 4 x 1 Print
2. Preis - 2 x 1 E-Book im Wunschformat



Teilnahmebedingungen:
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn. 
  • Das Gewinnspiel endet am 24.4.2017 um 23:59 Uhr.

Deine Aufgabe:

Beantworte bitte als Kommentar:
Wie ist Deine Meinung zum Thema Jagd und Tierschutz?

Blogtourfahrplan:
  • 18.4. Das Buch "Bocktot" bei hier bei mir =)
  • 19.4. Jagd und Tierschutz bei hier bei mir =) 
  • 20.4. Frauen als Boss bei Stefanie
  • 21.4. Pegida bei Christiane
  • 22.4. Förster - Hobby oder Beruf bei Babs
  • 23.4. Jagd bei Steffy
  • 24.4. Wandern bei Christiane
  • 25.4. Gewinnspielauslosung auf allen Blogs
Quellen:
REICHHOLF, J. H.: Ist die Einstellung der Jagd im Kanton Basel möglich und sinnvoll? Wildtierökologische Betrachtung. Vortrag am 15.10.2013 an der Universität Basel. http://www.youtube.com/watch?v=vOAufU4lHBQ
WINKELMAYER, R.: Vom Beutemachen zur Empathie. Ein Perspektivenwechsel. Interview. In: TIERethik, 5. Jg. 2013/2
http://www.tierrechte-bw.de/index.php/tierschutz-und-jagd.html

Kommentare :

  1. Vielen Dank für den interessanten Beitrag zum Thema Jagd und Tierschutz. Ich habe mir bisher noch nicht viel dazu gemacht, weil ich niemanden kenne, der jagen geht. Aber auf jeden Fall möchte ich nicht, dass Tiere gequält werden, nur weil ein Mensch Vergnügen daran hat oder Profit daraus schlagen will. Nun bin ich schon gespannt darauf, inwieweit der Mord an dem Jäger mit seinem Hobby zusammenhängt.

    Liebe Grüße
    Thea
    krimine@web.de

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  2. Hallo,

    freue mich, dass ich diese Blogtour noch entdeckt habe. Ist ja ein total interessanter Beitrag. Man macht sich eigentlich viel zu wenig GEdanken darüber.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende.
    LG Sonja

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  3. Ich selbst könnte nicht auf die Jagd gehen, aber ich denke, dass es schon wichtig ist den Bestand zu verwalten und die Tiere auch im Winter zu pflegen.Es gibt sicherlich Jäger, die nur aus Prestige jagen, aber ein "normaler" Jagdpächter kümmert sich um seine Jagd wie um seine Familie.

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  4. Hallo,
    danke für deinen interessanten Beitrag. Ich bin ganz klar für den Tierschutz. Tiere sollte man nur jagen, wenn es wirklich erforderlich ist und nicht aus Spaß und Dollerei.
    Ganz liebe Grüße,
    Anni

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  5. Hallo,
    ich bin auch für den Tierschutz.
    Ich könnte das einfach nicht auf Tiere schießen...
    Aber es gibt auch Jäger die hald wirklich nur die Kranken und zu alten Tiere schießen, dass ist wiederum ok.
    Lg
    Alena

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